• 18.07.2014

    Der Experte erklärt's: Wie schmeckt Ihre Region?

    Jedes der über 500 Mineral- und 34 Heilwässer in Deutschland schmeckt einzigartig. Die Geologie ist – wie die Natur allgemein – sehr vielfältig, so dass es unzählige Mischformen von Mineralwasser gibt. Ganz grob lassen sich jedoch drei Grundformen unterscheiden: Die Hydrogencarbonatwässer, die Chloridwässer und die Sulfatwässer.

    Hydrogencarbonatwässer, häufig auch mit hohen Calcium- und Magnesiumanteilen, sind vor allem in Regionen zu finden, die von abklingendem Vulkanismus geprägt sind. Das sind in Deutschland die Mittelgebirge wie Eifel, Schwäbische Alb oder der Schwarzwald. Calcium erhält das Mineralwasser zum Beispiel, wenn es Kalkgestein durchströmt. Es verleiht dem Wasser einen erdig-trockenen Geschmack, Magnesium dagegen eher eine leicht metallische Note.

    Vor allem in Norddeutschland, aber auch in einigen Mittelgebirgen, in denen viel Gips und Anhydrit – auch bekannt als Calciumsulfat – abgelagert wurden, treten typischerweise Sulfatwässer auf. Sie schmecken, je nach Sulfatkonzentration, süßlich bis leicht bitter.

    Chloridwässer entstehen häufig durch die Auslaugung von Steinsalzlagern in den Erdschichten, zum Beispiel aus Ablagerungen der Urmeere. In Verbindung mit Natriumchlorid – besser bekannt als Kochsalz – entwickeln sie einen salzigen Geschmack.

    In Regionen, mit vielen Sand- und Kiesablagerungen finden sich eher leicht mineralisierte Mineralwässer. Dazu gehören in Deutschland das Allgäu, die Regionen um München oder die Norddeutsche Tiefebene. Enthalten Mineralwässer nicht mehr als 50 Milligramm Mineralstoffe pro Liter, können sie auf dem Etikett den Hinweis „mit sehr geringem Gehalt an Mineralstoffen“ tragen. Diese Mineralwässer schmecken häufig eher neutral.

    Zwischen diesen Grundformen gibt es unzählige Mischformen. Daraus resultiert die natürliche Vielfalt deutscher Mineralwässer.

    Quelle: Sebastian Rau, Geologe und Experte für Qualitätssicherung, SGS Institut Fresenius