• 14.07.2014

    Der Experte erklärt’s: Wie gelangen Mineralstoffe ins Mineralwasser?

    Natürliche Mineralstoffe und Spurenelemente nimmt das Wasser auf seiner Wanderung durch die Erdschichten aus den Gesteinen auf. Zwei Prozesse spielen dabei eine entscheidende Rolle: die Auflösung von Gestein und der Austausch von Mineralstoffen zwischen Wasser und Gestein.

    Auf seinem Weg ins Erdinnere löst das Wasser Teile des Gesteins auf, die es im Untergrund umspült. Der Prozess ist derselbe wie beim Salz, das sich im warmen Wasser im Kochtopf auflöst. Ein Salzkorn – die Verbindung von Natrium und Chlorid – ist nichts anderes als eine sehr kleine Form von Gestein. Genau wie beim Salz, das sich in warmem Wasser schneller auflöst als in kaltem, spielt auch unter der Erde die Temperatur eine wichtige Rolle. Für viele Mineralien gilt: je wärmer das Wasser, desto mehr Mineralstoffe kann es aus dem Boden lösen. Aber es gibt auch Ausnahmen: Carbonatgesteine lösen sich beispielsweise besser bei kälteren Temperaturen. Die Natur ist eben vielfältig!

    Das Wasser kann seine Inhaltsstoffe bei der Reise durch die Erdschichten aber auch wieder verlieren: So kann ein Wasser, das in einer höheren Gesteinsschicht Natrium aufgenommen hat, es in einer tiefer liegenden Schicht wieder an das Gestein abgeben und im Gegenzug Calcium aufnehmen. Dann hat ein Austausch stattgefunden: Aus einem Natriumchloridwasser wird in einer anderen Gesteinsschicht ein Calciumchloridwasser.

    Das Zusammenspiel vieler verschiedener Faktoren ist entscheidend für die Zusammensetzung und die Inhaltsstoffe eines Mineralwassers. Eine wichtige Rolle spielen neben der Temperatur beispielsweise die Fließgeschwindigkeit und damit die Zeit, die das Wasser hat, um Mineralstoffe aufzunehmen sowie das Vorkommen von Kohlensäure. Ändert sich nur einer dieser Parameter, entsteht ein anderes Mineralwasser. Daher bergen die Tiefen der Erde eine enorme Vielfalt unterschiedlicher Mineral- und Heilwässer.

    Quelle: Sebastian Rau, Geologe und Experte für Qualitätssicherung, SGS Institut Fresenius